Chaos im erdölreichsten Land der Welt – Wie wirkt sich das auf den Ölpreis aus?

Kein Land verfügt über größere Ölreserven als Venezuela. Nicht Saudi-Arabien, nicht die USA, nicht Russland. Unter dem Territorium des kleinen südamerikanischen Landes liegen geschätzte 303 Milliarden Barrel Öl.

Erdölreserven nach Ländern

Demzufolge müsste Venezuela eigentlich eins der reichsten Länder der Welt sein. Trotzdem liegt es jetzt am Boden. Warum ist das so? Die Antwort darauf ist ganz einfach: Sozialismus. Jahrzehntelange Misswirtschaft, Korruption, Vetternwirtschaft und fehlende Investitionen in die Erdölförderung haben dazu geführt dass mittlerweile nur noch 1 Mio. Barrel pro Tag gefördert werden. Das ist der niedrigste Stand seit 50 Jahren. Zum Vergleich: Saudi Arabien fördert pro Tag mehr als 10 Mio. Barrel.

Welche Auswirkungen hat die Krise auf den Ölpreis?

Um es kurz zu sagen, es kommt darauf an. Darauf wie sich die Situation in Venezuela weiter entwickelt. Dabei sind verschiedene Szenarien denkbar.

Sollte Maduro noch längere Zeit um seine Macht kämpfen, könnte das zu langanhaltenden Unruhen und damit zu einem fast völligen Erliegen der Wirtschaft führen.

Schlimmer noch: Wenn der Konflikt eskaliert und Venezuela als Exporteur ausfallen sollte, dann droht eine Angebotsverknappung, die, zumindest kurzfristig, auch wieder 3 stellige Preise zur Folge haben könnte. Allerdings könnten die anderen Opec Staaten sowie die USA und Russland diese fehlenden 1 Mio. Barrel aus Venezuela problemlos ausgleichen, so dass Preise über 100$ wohl nicht lange Bestand hätten.

Sollte es hingegen tatsächlich zu Neuwahlen in den nächsten Monaten kommen bei denen ein demokratischer gewählter Präsident die Macht übernimmt, sollte das dem Land Stabilität verleihen. Mit Hilfe ausländischer Ölkonzerne könnte dann die Produktion wieder zügig hochgefahren werden. Dann gibt es am Ölmarkt wieder ein Überangebot und die Preise fallen.

Allerdings halte ich dieses Szenario für nicht sehr wahrscheinlich. So schnell werden sich die „Chavistas“ nicht geschlagen geben, zumal sie über sehr mächtige Verbündete (Russland, China, Iran) verfügen. Es ist daher anzunehmen dass dieser Konflikt auf die eine oder andere Weise noch eine ganze Weile anhalten wird.

Fazit

Wer jetzt in Öl investiert ist sollte die Positionen halten und Gewinne laufen lassen. Von einem Neuanstieg auf dem derzeitigen Niveau rate ich allerdings ab. Ich werde, auch in meinem Wikifolio Rohstoffe langfristig ,erst ab Preisen von unter 50 ein neues Investment in Öl in Betracht ziehen.


Ölpreis Crash – Das sind die Gründe

Öl ist so billig wie nie in diesem Jahr. Im Oktober lag der Preis pro Barrel noch bei 85$, mittlerweile sind es nur noch 55, was einem Preisrückgang von über 30% in nur 3 Monaten entspricht.

Ölpreisentwicklung 2018 (Quelle: Onvista)

Was sind die Gründe für diesen dramatischen Preisverfall?

Der Hauptgrund ist sicherlich dass die Förderung in den USA immer weiter ansteigt. So sollen, laut US Energiebehörde, im Dezmber erstmals 8 Mio. Barrel pro Tag gefördert werden.

Und auch die Lager sind voll. Nach jüngsten Angaben der US-Regierung waren die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche die neunte Woche in Folge gestiegen. Dies ist der längste Zuwachs seit März 2017 und ebenfalls ein Hinweis für ein hohes Angebot auf dem Markt.

Dazu kommen Sorgen um eine sich abschwächende Weltkonjunktur und damit einer sinkenden Ölnachfrage.

Auch ein stärker werdender Dollar belastet den Ölpreis.

Jetzt schon einsteigen oder noch abwarten?

Auch wenn der Ölpreis schon so stark gefallen ist würde ich noch abwarten. Im Moment sieht es eher danach aus als ob es noch weiter runtergehen könnte. Ich persönlich werde zu Preisen von unter 50 eine erste Position eingehen und dann gemäß meiner Strategie bei weiter fallenden Preisen nachkaufen. Wer auch mit Öl oder anderen Rohstoffen Gewinne erzielen will, kann das direkt über ETC´s machen oder noch einfacher ist es direkt in das Zertifikat Rohstoffe langfristig zu investieren.



OPEC fördert wieder mehr Öl – fallen jetzt die Preise?

Die Organisation erdölexportierender Länder beschließen die Erhöhung der Produktion um 600 000 Fass pro Tag (1 Mio. Barrel) –  welche Auswirkungen hat dass auf den Ölpreis?

Auf ihrer Sitzung am Freitag in Wien hat die Opec beschlossen die Fördermenge pro Tag um 1 Mio. Barrel anzuheben.

Wie viel zusätzliches Rohöl tatsächlich auf den Markt kommen wird, ist selbst Fachleuten nicht ganz klar. Wichtigster Grund dafür ist, dass nur wenige große Produzenten dazu in der Lage sind, ihre Ölproduktion kurzzeitig nennenswert auszuweiten. Besonders im krisengeschüttelten Venezuela ist dass fraglich.

Auch durch den drohenden Handelskrieg zwischen der USA und dem Rest der Welt könnte sich die Konjunktur abkühlen und somit die Nachfrage nach Öl sinken.

Auf der anderen Seite könnte zusätzlicher Preisdruck nach oben entstehen durch US Sanktionen gegen Ölunternehmen in Venezuela. Russland und den Iran.

Allerdings wird auch in den USA wieder deutlich mehr Öl gefördert.

Ich gehe im Moment eher davon aus dass sich der Preis irgendwo zwischen 60 und 80 einpendeln wird. Zumindest den starken Preisanstieg (über 150% seit dem Tief in 2015) sollte diese Erhöhung der Fördenmenge stoppen.

Daher drängt sich im Moment ein Engagement in Öl nicht unbedingt auf. Ich werde weiter die Märkte beobachten und erst bei Preisen um die 50$ pro Barrel in meinem Wikifolio wieder einsteigen.

 

 

 


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