Aussagen aus Russland schicken Ölpreis auf Talfahrt

Für acht Handelstage in Folge ging es für die Ölpreise nach oben, die längste Aufwärtsbewegung in diesem Jahr. Heute jedoch sorgen Aussagen aus Rußland, wonach man weitere Produktionskürzungen ablehnt, für einen Preisrutsch.

 

 

Allerdings wolle man sich an die Vereinbarung mit der OPEC halten. Zurzeit fördert Russland im Rahmen des Deals 300.000 Barrel/Tag weniger.

Belastet werden die Preise zudem von einer höheren Fördermenge aus Libyen und Nigeria. Die beiden OPEC Länder erhöhen seit Wochen ihre Produktion. Sie sind von der Kürzungsvereinbarung zwischen der Opec und anderen großen Förderländern ausgeschlossen.

Weniger Fracking

Anlass für die Preiserholung in den letzen Tagen war eine Nachricht aus der Fracking-Industrie in den USA. Dort scheint das ungehemmte Schieferölfördern ein wenig zu pausieren. Erstmals seit 23 Wochen ging die Zahl der Bohrlöcher zurück, zwar nur um 2 auf 756, aber immerhin.

Dabei hält das Überangebot an Öl weiter an. So haben die Opec-Staaten im Juni 32,7 Millionen Barrel Öl gefördert und damit 280.000 mehr als noch im Monat zuvor. Es wird daher vermutlich nicht gelingen den Lagerüberhang bis zum Jahresende abzubauen.  Vom Rückgang der Ölbohrungen in der vergangenen Woche in den USA auf eine Trendwende zu schließen, sei zu früh.

Sollte der Preisverfall anhalten werde ich meine Position im  Rohstoff Wikifolio aufstocken und somit den durchschnittlichen Kaufpreis zu senken.

 

Aussicht auf längere Fördermengenbegrenzung treibt den Ölpreis

Saudis und Russen vereinbaren Verlängerung der Öl-Förderkürzung

Nach Äußerung der Ölminister von Saudi Arabien und Russland auf einer Pressekonferenz in Peking, wonach beide Länder ein Fortsetzen der vereinbarten Förderkürzung favorisieren, stieg der Ölpreis wieder an.

 

 

Beide Länder streben an, dass die ursprünglich auf sechs Monate bis Juni begrenzte Produktionskürzung bis Ende des ersten Quartals 2018 ausgedehnt werden soll.

Es sei notwendig geworden, die vereinbarte Kürzung der Fördermenge zu verlängern, meinte der saudische Ölminister. Das angestrebte Ziel bei den Ölreserven sei bis Ende Juni nicht mehr zu erreichen. «Deshalb sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass es möglicherweise besser ist, das Ende der Förderkürzung auf das Ende des ersten Quartals 2018 zu verschieben», sagte Khalid Al-Falih. Am 25. Mai treffen sich die Vertreter des Opec-Ölkartells mit weiteren Förderländern. Auf dieser Konferenz in Wien wollen Saudi-Arabien und Russland ihre Vorschläge zur Debatte stellen.

Ende des vergangenen Jahres hatten sich Mitgliedsstaaten des Opec-Ölkartells mit anderen wichtigen Förderländern wie Russland auf eine Kürzung der Produktionsmengen geeinigt. Die Vereinbarung ist auf sechs Monate begrenzt und trat Anfang des Jahres in Kraft. Nach Einschätzung von Experten wird die Kürzung weitgehend umgesetzt. Sie hatte zeitweise einen starken Anstieg der Ölpreise zur Folge.

 

Das sind natürlich gute Nachrichten für alle Ölinvestoren. Ich bin ja auch massiv investiert in meinem Rohstoff Wikifolio.

Wer auch davon profitieren will, das Zertifikat ist bei nahezu allen großen Banken handelbar. Oder ihr könnt natürlich auch direkt einen Öl ETC kaufen.

Wie man das macht könnt ihr in meinem Artikel Wie? nachlesen.

 

 

 

 

 

OPEC gegen Fracking Industrie: Runde 2

Der Kampf zwischen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und der Fracking Industrie geht in die nächste Runde.

Der Ölpreis ist in den letzten Wochen um über 10 % gefallen.

 

Grund dafür waren Meldungen wonach die Zahl der Bohrlöcher in den USA wieder stark gestiegen ist. Nach neuesten Daten der Ölausrüsterfirma Baker Hughes hat sich die Zahl der Bohrlöcher seit Jahresbeginn von 529 um 50% auf 789 erhöht. Allein in einer Woche kamen 21 neue Förderstellen hinzu. Im Jahresvergleich verzeichnen die USA einen Zuwachs von 313 Bohrlöchern und in Kanada stieg ihre Zahl um 207. Mittlerweile werden in den USA jeden Tag wieder mehr als 9 Millionen Barrel Öl gefördert, das sind 700 000 mehr als im letzten Jahr.

 

Es sieht so aus als ob die OPEC mit ihrem Plan, die Preise durch eine Fördermengenbegrenzung oben zu halten, gescheitert sind. Das was die OPEC weniger fördert wird durch die Fracking Industrie in den USA mehr als ausgeglichen. Zumal die Produktionskosten auch deutlich gesunken sind:

Vor drei Jahren brauchte die Fracking-Industrie noch einen Ölpreis von 60 bis 100 Dollar, um auch Gewinn zu machen und ihre oft teuren Kredite bedienen zu können. Inzwischen machen sie schon bei Preisen zwischen 30 bis 40 Dollar Gewinne.

Es spricht also derzeit recht wenig für Preise über 50$ je Barrel.

Allerdings braucht Saudi Arabien, das völlig am Öl hängt, einen Preis zwischen 60 und 70 Dollar pro Barrel, damit der Staatshaushalt ausgeglichen ist. Völlig ungewohnt ist dort, dass sich auch dieses Land nun Geld an den internationalen Kapitalmärkten leihen muss, dass auch in der Wüste nun Banken in Schieflage sind und Sparpläne für die Bevölkerung aufgelegt wurden.

Angesichts der Entwicklungen ist es eigentlich kaum noch verwunderlich, dass die Saudis inzwischen praktisch wieder aus dem Opec-Abkommen zur Förderbegrenzung ausgestiegen sind. Wie der neueste Monatsbericht des Kartells zeigt, haben die Scheichs die Ölförderung im Februar nicht mehr weiter gesenkt. Statt sie auf dem gesenkten Niveau einzufrieren, wurde die Produktion tatsächlich wieder deutlich ausgeweitet. In dem Monatsbericht stellt die Organisation fest, dass die Saudis im Februar wieder 263.000 Barrel mehr als im Vormonat gefördert haben. Die angestrebte Beschränkung um eine halbe Million Barrel, die das Land tatsächlich umgesetzt hatte, wurde so wieder halbiert.

Die weitere Entwicklung des Ölpreises hängt also von der Opec ab. Die Deckelung der Produktion gilt nur bis Ende Juni. Ob sie verlängert wird entscheidet die Opec im Mai.

Dabei steht sie vor zwei schlechten Alternativen: Behält sie den Deckel bei, bleibt der Preis relativ hoch und die Opec-Länder verlieren weiter Marktanteile an die US-Frackingfirmen. Gibt sie den Deckel auf, dürfte der Preis wieder deutlich fallen.

Es bleibt in jedem Fall spannend beim Erdöl. Ich habe ja in meinem Wikifolio Rohstoffe langfristig schon vor einer Weile ca. die Hälfte meiner Öl ETC´s verkauft und damit ganz ordentliche Gewinne erzielt. Die restlichen Kontrakte werde ich weiter halten. Sollte der Ölpreis weiter fallen, wovon auszugehen ist, werden nämlich auch die Investitionen stark zurück gefahren und in ein paar Jahren könnte es wieder zu einem Angebotsengpass kommen, was stark steigende Preise zur Folge hätte.