Inflation ereicht höchsten Stand seit 2012 – Wie Rohstoffe davor schützen können


Die Inflation in Deutschland hat sich 2018 erhöht. Der Preisanstieg lag laut Statistischem Bundesamt mit 1,9 Prozent etwas über dem Niveau von 2017. Das war der stärkste Anstieg der Preise seit dem Jahr 2012.

Jetzt könnte man sich natürlich denken, 1,9% klingt doch erstmal gar nicht so viel. Damit liegt man immer noch unter der Zielvorgabe der EZB von 2%. Wenn man allerdings bedenkt was man an Zinsen bekommt wenn man das Geld nur auf der Bank liegen lässt, dann sieht die Sache schon anders aus…

Auch sind die offiziellen Inflationsraten Mittelwerte aus einem einheitlichen Warenkorb. Es werden auch Dinge wie Elektrogeräte, Kleidung, Hotelübernachtungskosten usw. erfasst, also alles Dinge die man nicht täglich braucht, die aber in die Berechnung mit einfließen.

So sieht man z.B. das 2018 viele Dinge die man täglich braucht wie z.B. Strom, Benzin, Heizöl deutlich stärker gestiegen sind als 1,9%.

Tatsächlich ist der Geldschwund, besonders für Leute in Metropolregionen durch stark steigende Mieten und Nebenkosten schon deutlich höher.

Quelle: Statista.com

So hat sich z.B. in Berlin die Miete seit 2008 verdoppelt! Auch in den anderen Großstädten siehts nicht viel besser aus.

Auf der Seite vom statistischen Bundesamt gibt es einen Rechner auf dem man seine persönliche Inflation ausrechnen kann.

So liegt z.B. die sogenannte „gefühlte Inflation“, d.h. ein Warenkorb bei dem tatsächlich häufig gekaufte Güter wie Lebensmittel oder Benzin höher gewichtet werden bei über 4%.

Könnte die Inflation noch stärker steigen?

Viele Ökonomen fürchten in der Tat den berüchtigten „Ketchupflaschen- Effekt“. Das bedeutet dass sich lange Zeit bei der Inflation nicht viel tut, aber dann plötzlich schwappt sie in unkontrollierbarer Menge heraus.

Auch sogenannte Zweitrundeneffekte könnten die Inflation weiter anheizen. Gewerkschaften nehmen steigende Preise als Grundlage um deutlich höhere Löhne zu fordern. Das widerum hat höhere Produktionskosten zur Folge was sich in noch stärker steigenden Preisen niederschlägt. Dadurch könnte ein Teufelskreis aus steigenden Löhnen und höheren Preisen entstehen. So hat zum Beispiel die Dienstleistungsgesellschaft VERDI jüngst stolze 6% mehr Lohn verlangt. Deutlich steigende Löhne waren übrigens auch schon in den 70er und 80er Jahren (neben den Ölpreisen) der Grund für die hohe Geldentwertung.

Auch die Geldmenge in der Eurozone ist seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 um mehr als ein Drittel gestiegen. Der Wert aller Güter und Dienstleistungen in der Währungsunion ist in dieser Zeit allerdings nur um 2,4% gewachsen- ein Inflationsrisiko wie aus dem Lehrbuch.

Staat profitiert von hoher Inflation

Gut ist eine starke Geldentwertung dagegen für den Staat. Seine Schulden werden nämlich im Idealfall im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung immer geringer und die Steuereinnahmen steigen allein aufgrund der Erhöhung der nominalen Einkommen (durch die Steuerprogression), ohne dass die Steuersätze erhöht werden müssen.

Welche Auswirkungen hat die Inflation für Sparer?

Für die Sparer wird die Lage immer prekärer. Wer sein Geld nur in sichere Anleihen anlegt bekommt maximal 1%. Das bedeutet dass das Geld Tag für Tag an Kaufkraft verliert.

Aktien sind immer eine gute Alternative. Allerdings steigen die Kurse seit mittlerweile 10 Jahren und Aktien sind schon deutlich zu teuer. Daher besteht dort erhebliches Rückschlagpotential.

Auch Immobilien sind keine Alternative mehr. Die Preise sind in den letzten Jahren nahezu explodiert und der Boom könnte bald ein Ende haben.

Welche Möglichkeiten bleiben dann noch um seine Ersparnisse zu sichern?

Guckt man sich Rohstoffe an, sieht man dass viele Werte noch deutlich unter ihren Höchstukursen notieren. Hier z.B. die Goldpreisentwicklung in den letzten Jahren:

Wie man sieht ist noch deutlich Luft nach oben, im Jahre 2011 kostete die Unze Gold schon mal über 1800 $, also mehr als 30% mehr als heute.

Gerade Gold und Silber sind natürlich besonders als Inflationsschutz geeignet. Sie haben sich langfristig als wertstabil erwiesen, ihr Wert ist unabhängig vom Zahlungsversprechen einer Regierung oder Notenbank und sie können weltweit als universelle Zahlungsmittel eingesetzt werden.

Jedoch sind durchaus auch andere Rohstoffe geeignet um die Inflation zu kontern. So kann man z.B. in Öl investieren, dann ärgert man sich nicht so sehr wenn die Benzinpreise wieder steigen weil man dann auch durch die Investition in Öl Geld verdient. Ähnlich verhält es sich auch mit Kaffee, Kakao, Weizen und Mais.

Wie kann ich denn jetzt genau in Rohstoffe investieren?

Gold und Silber sind in der Tat die einzigen Rohstoffe in die ich auch in physischer Form investiere. Es kann nie schaden ein paar Goldbarren oder Münzen zu besitzen. Ich persönlich bin ein großer Freund der 100€ Goldmünze der Bundesrepublik Deutschland. Zusätzlich zu dem Goldwert kommt auch noch der Sammlerwert. Sie erscheint nur einmal pro Jahr und in begrenzter Auflage. Bestellt werden kann sie hier.

Ansonsten sollte man Gold und Silber nur bei großen und bekannten Händlern wie degussa oder proaurum kaufen.

In die restlichen Rohstoffe investiert man am Besten über ETC´s. Wie genau das geht könnt ihr hier nachlesen.

Oder wenn ihr gleich mehrere Rohstoffe abdecken wollt und das mit möglichst wenig Arbeit und Aufwand könnt ihr auch in das Zertifikat Rohstoffe langfristig investieren. Es hat seit Auflegung fast 30% zugelegt, also deutlich mehr als nur ein Inflationsausgleich.

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