Trendwende bei Agrarrohstoffen?

Die Preise für Agrarrohstoffe sind in den letzten Jahren ständig gesunken. So notiert z.B. Weizen am unteren Ende der Range der letzten 30 Jahre.

Grund dafür ist einfach ein Überangebot an den Märkten. So paradox es klingt da Millionen Menschen auf der Welt hungern. Aber das Angebot ist einfach sehr ungleich verteilt. Die einen haben zu viel und die anderen zu wenig.

Das Geschäft mit landwirtschaftlichen Produkten ist ohnehin alles andere als einfach. Es ist sehr volatil. Über eine gute Ernte kann man sich heutzutage nicht einmal mehr richtig freuen. Eine gute Ernte bedeutet für gewöhnlich hohes Angebot und somit niedrige Preise.

Theoretisch werden immer mehr Nahrungsmittel benötigt. Die Bevölkerung wächst global und die Ansprüche werden höher. Das gilt langfristig, nicht aber kurzfristig. Kurzfristig drückt hohes Angebot auf die Preise und Margen. Besonders deutlich wird das in den USA. Dort sind die Einnahmen aus der Landwirtschaft in den letzten Jahren massiv gesunken.

Insgesamt haben US-Bauern die größte Einnahmenkrise seit langem. Immer mehr Farmer geben daher auf oder müssen sich einen Zweitjob suchen. Das Geld reicht vorne und hinten nicht mehr.

Viele Farmer geben auch einfach auf, Rekordernten hin oder her.

Für Anleger ist das ein gutes Zeichen. Es deutet sich ein Turnaround an. Wenn weniger produziert wird, also das Angebot geringer wird, sollten die Preise wieder steigen. Global gesehen steigt nämlich die Nachfrage ständig an, weil es einfach immer mehr Menschen auf der Erde gibt die natürlich Nahrungsmittel brauchen.

Das Gute ist, man muss nicht Landwirt sein um von steigenden Agrarrohstoffpreisen zu profitieren.

Ich bin z.B. in meinem Rohstoff Zertifikat in Weizen , Mais, Kaffee und Kakao investiert. Wer auch profitieren möchte: diese ETC´s sind bei nahezu allen Banken handelbar. Wie man genau in Rohstoffe investieren kann habe ich hier beschrieben.

Wem das zu viel Arbeit ist der kann natürlich auch direkt in das Wikifolio Rohstoffe langfristig investieren und so direkt ohne viel Aufwand von steigenden Rohstoffpreisen profitieren.

 

 

Preisrally bei Mais und Weizen – Was sind die Gründe und wie kann man davon profitieren?

Nachdem die Mais und Weizenpreise jahrelang nur eine Richtung kannten, nämlich die nach unten, steigen sie seit Ende letzten Jahres rapide an. So hat Mais um 15%, Weizen sogar um 25 % zugelegt.

 

 

Was sind die Gründe für diesen Anstieg?

Hauptgrund ist, dass die globale Nachfrage im Erntejahr 2018/19 das globale Angebot übertreffen wird.

Nach Berichten des Internationale Getreiderates (IGC)  wird der globale Maisbestand zum Ende des Wirtschaftsjahres 2018/19 bei 261,9 Mio t liegen; das wäre im Vergleich zur Anfangsmenge ein Minus von 44,9 Mio t oder 14,6 %. Gleichzeitig sollen die Weizenbestände um 5,8 Mio t oder 2,2 % auf 256,8 Mio t abgebaut werden; das wäre der erste Rückgang seit sechs Jahren.

Dieser rückläufigen globalen Getreideerzeugung dürfte 2018/19 ein Verbrauch von weltweit insgesamt 2,139 Mrd t gegenüberstehen, was einem Plus von 31 Mio t oder 1,5 % gegenüber der aktuellen Saison entsprechen würde. Der größte Teil dieses voraussichtlichen Nachfragezuwachses wird auf Mais entfallen: Hier wird eine Zunahme um 24,2 Mio t oder 2,3 % auf 1,099 Mrd t erwartet. Die Weizennachfrage soll um 4,8 Mio t oder 0,6 % auf 744,8 Mio t steigen. Mit Blick auf den internationalen Handel mit Getreide prognostiziert der IGC für das nächste Vermarktungsjahr die Rekordmenge von 368 Mio t. Dabei dürften sowohl beim Weizen als auch beim Mais neue Spitzenmengen erzielt werden; der Getreiderat geht von 179,2 Mio t beziehungsweise 150,2 Mio t aus.
Meldungen aus den USA, wonach die Mais Aussaat erst zu 17% abgeschlossen ist ließen den Preis zuletzt weiter steigen. Normal zu diesem Zeitpunkt sind 27%, was jedoch aufgrund der Wetterbedingen in den USA in diesem Jahr nicht erreicht wurde.
Auch die trockene Witterung in Brasilien, die die zweite und größere der beiden Maisernten des Landes zu beeinträchtigen droht, stützt den Maispreis.
Beim Weizen siehts nicht viel besser aus, zumindest in den USA. Der Crop Progress Report des US Landwirtschaftsministeriums zeigt, dass sich der Zustand der Weizenernte nur wenig verbessert hat. 34 Prozent werden mit „gut“ und „sehr gut“ bewertet, während es im Vorjahreszeitraum 54 Prozent waren. Weiterhin findet derzeit eine Crop Tour in Kansas statt. Die bisherigen Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Entwicklung der Pflanzen nur langsam vorankommt.

Jetzt noch einsteigen?

Viele werden sich jetzt natürlich fragen ob es überhaupt noch Sinn macht in Mais oder Weizen zu investieren, nachdem die Preise schon ziemlich gestiegen sind.

Ich bin der Meinung dass wir erst am Anfang der Rally stehen. Wenn man sich z.B. den 10 Jahres Chart von Mais anschaut, erkennt man dass noch deutlich Luft nach oben besteht.

So stand der Preis vor einigen Jahren schon mal bei 8$ je Scheffel (ca. 27kg). Zur Zeit sind es nur 4$. Sollte er wirklich noch mal auf 8 steigen wäre das also ein Zuwachs von 100%!

Beim Weizen sieht es ganz ähnlich aus.

Durch die steigenden Getreidepreise werden auch zunehmend größere Fonds wieder auf diesen Sektor aufmerksam. Sollten sie in größerem Umfang investieren wird das die Preise weiter steigen lassen.

 

Wie kann man in Mais und Weizen investieren?

Bei Agrarrohstoffen ist natürlich, im Gegensatz zu Gold oder Silber eine Investition in physischer Form eher schwierig. Kaum jemand hat genug Platz um größere Mengen Mais oder Weizen zu lagern.

Daher bietet es sich an in Produkte zu investieren die Rohstoffpreise nachbilden. Ich persönlich nutze sowohl privat als auch im Wikifolio ETC´s. Wie genau das geht kann man hier nachlesen.

Noch einfacher ist die Investition in ein Rohstoffzertifikat was gleich mehrere Rohstoffe abdeckt, wie z.B.: Rohstoffe langfristig.

 

Erwartete Rekordernten lassen Weizenpreis abstürzen

Der Weizenpreis fällt wie ein Stein, in den letzten Tagen von über 500 Cent pro Scheffel (ca. 27kg) auf nur noch knapp über 400.

Grund dafür sind Rekordernten hauptsächlich in Russland und Bulgarien. So bricht die russische Getreideernte in diesem Jahr alle Rekorde. Prognosen zufolge soll die Ernte 130,7 Mio. Tonnen betragen, das wären 2,6% mehr als die bisherige Rekordernte aus dem Jahre 1978.

So sollen in diesem Jahr in Russland 80,1 Millionen Tonnen Weizen, 19 Millionen Tonnen Gerste sowie 16,3 Millionen Tonnen Mais geerntet werden. Russland investiert mehr in die Landwirtschaft, nachdem die Vereinigten Staaten und die Europäische Union im Jahr 2014 Sanktionen gegen Russland verhängt haben.

Auch andere Länder melden höhere Erträge im Vergleich zum Vorjahr

In Bulgarien ist die Anfang August abgeschlossene Weizenernte deutlich höher ausgefallen als zuvor erwartet. Das Landwirtschaftsministerium in Sofia, das Ende Juni noch mit einem Aufkommen von nur gut 5 Mio t gerechnet hatte, veranschlagt die Weizenproduktion jetzt auf 5,85 Mio t bis 5,95 Mio t. im vergangenen Jahr wurden in Bulgarien 5,66 Mio t Weizen geerntet, was einen neuen Rekord bedeutet hatte. Maßgeblich für die weitere Steigerung der Weizenproduktion sind höhere Erträge; nach der aktuellen Schätzung des Agrarressorts wurden dieses Jahr im Mittel 51,3 dt Weizen pro Hektar gedroschen, verglichen mit 47,5 dt/ha im Vorjahr.

Agrarexperten berichteten zuvor, dass günstige Witterungsbedingungen und ausreichende Niederschlagsmengen im Mai und Juni sowie das heiße Wetter im Erntemonat Juli zu einer Spitzenernte an Weizen mit guten Qualitäten geführt hätten. Zudem seien bessere Sorten als 2016 genutzt worden.

Neben Russland als weltgrößtem Weizenexporteur dürfte auch in der Europäischen Union die Ernte in diesem Jahr besser ausfallen als erwartet. Vor allem in Frankreich, dem größten Anbaugebiet der EU, werden nach dem schlechten Vorjahr für die neue Saison Top-Erträge erwartet.

Auch in Indien, wo die Ernteerträge infolge starken Monsunregens in den vergangenen Jahren rückläufig waren, geht es mit der Ausbeute dieses Jahr kräftig bergauf. Der Subkontinent dürfte sogar Weizen exportieren, was ungewöhnlich ist. Sonst verbrauchen die Inder ihren Weizen wegen des hohen Eigenbedarfs vollständig selbst.

Die hohen Zuwächse in diesen Regionen dürften die Rückgänge in Australien und Nordamerika mehr als ausgleichen. Es ist zu erwarten, dass nach der globalen Spitzenernte in der Vorsaison erneut ein Rekordwert erreicht wird.

Die Lager sind voll

Das wird die schon bestehende Überversorgung mit Weizen noch erhöhen. Die bereits gut gefüllten Lager werden weiter aufgestockt. Auf 258 Millionen Tonnen schätzt die US-Landwirtschaftsbehörde USDA die Vorräte weltweit. Da China und Indien wegen eigener hoher Erträge kaum Getreide importieren müssen, kann von Weizenknappheit keine Rede mehr sein. Das dürfte den Preis weiter belasten. Zumal charttechnisch der Weg für weitere Verluste frei ist, da eine Unterstützungslinie nach der anderen durchbrochen wurde.

 

Jetzt in Weizen investieren?

Sollte man die günstigen Preise nutzen und jetzt in Weizen investieren?

Ich persönlich warte noch ab und würde beim letzten Tief vom August 2016 meine Positionen aufstocken und zu deutlich günstigeren Preisen nachzukaufen. Wie genau meine Strategie aussieht könnt ihr hier nachlesen. Generell ist es immer gut wenn die Preise fallen damit man billiger nachkaufen kann und somit die Position größer ist und somit auch die Gewinne. Langfristig schwanken Rohstoffe nämlich immer sehr stark und es sind hohe Gewinne möglich. Siehe auch: Warum Rohstoffe?

Da auch andere Rohstoffe stark gefallen sind, ist mein Wikifolio Rohstoffe langfristig  mittlerweile über 10% billiger zu haben als noch vor einigen Wochen. Wer also einsteigen möchte, im Moment wäre ein guter Zeitpunkt.